Anzeichen für einen Bärenmarkt

Bärenmärkte sind eine leidvolle Angelegenheit für alle Dauerbullen an der Börse. Sie sind in der Regel schwierig vorab zu erkennen und wenn sie dann kommen, dann geht es umso heftiger abwärts. Wäre es nicht phantastisch, wenn wir immer vorab wüssten, wann die Märkte drehen? In diesem Fall könnten wir jedes mal unsere Gewinne sichern und gemütlich an der Seitenlinie stehen bleiben bis der Wiedereinstiegszeitpunkt gekommen ist. Für alle die kein Problem damit haben auf fallende Kurse zu setzen (und ja es gibt auch Leute die so etwas niemals tun würden) könnten mit Putoptionen, CFDs oder dem Verkauf von Futures sogar doppelt absahnen. Leider können wir die Zukunft nicht vorhersagen. Wenn das an der Börse möglich wäre, dann würden viele Analysten wohl mit ihren Prognosen nicht immer so daneben liegen. Bei Analysten gilt aber lediglich folgendes Gesetz:

„Orientiere dich stehts an den Kurszielen anderer. Es ist immer noch besser wenn die Masse falsch liegt, als wenn ich als einziger mit meinem Kursziel daneben liege.“

Obgleich wir die Zukunft nicht genau vorhersagen können, gibt es dennoch einige Parameter an denen wir uns zumindest orientieren können und die Warnsignale aufzeigen können. Diese möchte ich im Folgenden und in weiteren Artikeln später genauer betrachten.

1. Der Gleitende Durchschnitt (GD, MA, EMA)

Auch die Nichtcharttechniker sollten wissen, dass der gleitende Durchschnitt eine markante Zone signalisiert, da sich viele Institutionelle Investoren an eben dieser orientieren. Einige Fonds basieren auf der simplen Strategie beim Bruch der 200 Tagelinie nach oben den Dax zu kaufen und beim Durchbruch nach unten zu verkaufen. Interessant ist aber auch der Abstand des Daxes von seiner 200 Tagelinie. Die Vergangenheit zeigt, dass insbesondere ein Abstand von über 12% des Dax von seinem 200 Tagedurchschnitt einen Extremwert signalisiert der das erste Zeichen für eine Übertreibung darstellt. (Notiert der Dax 12% darüber, dann ist Vorsicht geboten!)

2. Der Yen steigt.

Der japanische Yen ist eine Carrywährung. Das bedeutet, Investoren verschulden sich gerne günstig im Yen um mit dem geliehenen Geld in risikoreichere ertragsstärkere Anlagen zu investieren. Steigt der Yen stärker an, sind diese Investoren gezwungen die Anlagen wieder zu verkaufen und ihre Verschuldung wieder abzubauen. Der USD/Yen ist daher ein guter Risikoindikator.

3. IPOs

Wenn die Zahl der Börsengänge von schlechten Unternehmen („Geldverbrennungsmaschinen“) aufgrund eines günstigen Kapitalmarktumfelds stark ansteigt ist Vorsicht geboten. Selbst die größte Vision und Hoffnung für die Zukunft ist keine Garantie mit für zukünftige Gewinne. Wer also meint für jedes „Trend-Unternehmen“ ein KGV von >50 zahlen zu müssen (Viele von denen stehen noch deutlich höher), der sollte sich später nicht über größere Verluste beklagen.

Fortsetzung folgt…

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