Burggraben eines Unternehmens

Burggraben

Burggraben eines Unternehmens – immer wieder taucht dieser Begriff in diversen Foren und Blogbeiträgen sowie Presseartikeln auf – doch was genau ist das eigentlich und wieso ist der Burggraben so wichtig?

Herkunft

Der Begriff selbst wurde vor allem von Warren Buffett geprägt, der den „Economic Moat“ (engl. Bezeichnung für Burggraben) als entscheidendes Kriterium für seine Investments ansieht.

Dabei steht Burggraben für eine Metapher. Im Mittelalter schützte der Burggraben die Burg vor Angreifern, die die Burg einnehmen bzw. plündern wollten. Übertragen auf die heutige Wirtschaft können nur die Unternehmen langfristig überleben, die sich vor neuen bzw. bestehenden Wettbewerbern (den Angreifern) schützen können. Andernfalls könnten die heutigen Kunden morgen schon bei den Wettbewerbern kaufen, sodass unser Unternehmen Umsatz und damit auch Marktanteile verliert. Die Folgen können von anfänglichen Gewinneinbußen bis zur schlussendlichen Insolvenz gehen.

Das Unternehmen braucht also einen bzw. am besten sogar mehrere Schutzmechanismen, die zusammen den Burggraben darstellen. Woraus genau kann dieser Burggraben nun bestehen?

Bausteine eines Burggrabens

Generell können hier mehrere Faktoren in Frage kommen. An erster Stelle kann zunächst die Marke genannt werden. Apple und Coca Cola können hier beispielsweise genannt werden. Wenn wir am Supermarkt vor dem Regal stehen und die Wahl zwischen verschiedenen Colasorten haben, dann wird unsere Wahl wohl meistens auf Coca Cola fallen. Bei Apple ist es ähnlich. In diesem Youtube Video wird deutlich, dass es genug Menschen gibt die ein Produkt schon alleine deswegen kaufen würden, sofern ein Apfel aufgedruckt ist. (Crazy!)

Als weiterer Faktor für den Burggraben können auch hohe Wechselkosten genannt werden. Hier werde ich mich wieder auf Apple beziehen, die mit Itunes und dem Applestore ein komplett eigenes Ökosystem haben, bei dem man, sofern man einmal „eingetaucht“ ist, gar nicht mehr so leicht zu Android bzw. Windows zurückkommt. Das führt ebenfalls zu einer starken Kundenbindung und einem Schutz vor Wettbewerbern.

Als dritten Baustein für den Burggraben kommen auch immaterielle Vermögenswerte wie beispielsweise Patente in Frage. Hier lohnt sich (neben einem Blick auf Apple 😉 ) natürlich ein Blick in die Pharmaindustrie. Entwicklungskosten für neue Medikamente können in dreistellige Millionen- bzw. sogar Milliardenbeträge gehen. So etwas lohnt sich natürlich nur dann, wenn die Pharmakonzerne (Novartis, Roche,…) mit den entwickelten Medikamenten anschließend auch Milliarden an Umsatz erwirtschaften können. Patente gewährleisten hier, dass die Gewinne dann zumindest für eine bestimmte Zeit auch beim Hersteller bleiben. Ein gutes Beispiel wäre hier Pfizer mit seinen berühmten blauen Pillen. (Wer die nicht kennt, kann ja mal googlen.)

Darüber hinaus kommen auch noch Skaleneffekte als Burggraben in Frage. Hier kann man sich beispielsweise auf die beiden großen Flugzeugbauer Boeing und Airbus beziehen. Der Flugzeugbau ist attraktiv und die Nachfrage steigt weltweit. Dennoch dominieren die 2 großen Player den Markt. Warum?

Nun der Flugzeugbau ist sehr kapitalintensiv. Als neuer Wettbewerber so einfach mal in den Markt einzutreten um ein Flugzeug zu bauen funktioniert nicht.Boeing und Airbus profitieren nicht nur von ihrer Infrastruktur und ihrem Know How, sondern auch davon, dass Fluggesellschaften ganze Flugzeugflotten ordern, was die Produktion natürlich günstiger macht.

Fazit

Wenn Unternehmen also über so einen Burggraben verfügen, dann ist die Wahrscheinlichkeit des Unternehmenserfolgs deutlich größer. Das macht es für uns Anleger dann natürlich auch attraktiver dort zu investieren, da wir unsere Risiko zwar niemals ganz, aber dennoch deutlich senken können.

Wenn du dich dich tiefer in diese Materie einlesen willst, dann klick hier

 

Comments

comments