Einführung in das Value Investing Teil 1

Einführung in das Value Investing
Einführung in das Value Investing

Einführung in das Value Investing

Einführung in das Value Investing. Wir hatten angekündigt, in der nächsten Zeit einige Investmentansätze vorzustellen um dem interessierten Leser/Investor bestimmte Grundsätze der Geldanlage vorzustellen. Die Kunst besteht nun darin die Artikelserie so zu schreiben, dass sowohl Einsteiger als auch eingefleischte Experten auf ihre Kosten kommen. Ob uns das tatsächlich gelingt, muss jeder Leser selbst für sich entscheiden. Wir sind für hilfreiche Kommentare eurerseits immer dankbar!

In Value investieren

Der heutige Beitrag richtet sich an Valueinvestoren und diejenigen, die es noch werden wollen. Die Einführung in das Value Investing – Teil 1. Fangen wir zunächst ganz vereinfacht mit der Definition an. Pauschal lässt sich sagen, dass Value Investing bedeutet, zunächst den „intrinsic value“ (inneren Wert) einer Aktie zu bestimmen, und die Aktie nur dann zu kaufen, wenn der momentane Börsenkurs deutlich darunter liegt. Der innere Wert setzt sich sowohl aus den heute vorhandenen Vermögensgegenständen und der aktuellen Ertragskraft als auch der zukünftigen Ertragskraft zusammen. In der Praxis liegen hier bereits 2 Herausforderungen vor. Zunächst einmal muss der innere Wert einer Aktie bestimmt werden. (Wir werden in Zukunft noch näher auf mögliche Methoden eingehen, aber eins bereits vorweg: Es gibt keine eindeutig richtige Lösung!). Die zweite wesentlich schwierigere Herausforderung besteht allerdings darin, sich in Geduld und Disziplin zu üben. Das bedeutet nicht zu früh zu kaufen und nicht zu früh zu verkaufen. Hier scheitern die meisten Investoren regelmäßig. Auch mir ist das in der Vergangenheit schon öfters passiert, was zu schmerzlichen Erinnerungen führt.

Sicherheitsabschlag

Notiert die Aktie tatsächlich deutlich unter dem inneren Wert, dann wird der Value Investor aufmerksam. Die Differenz zwischen dem Kaufpreis und dem vom Investor berechneten inneren Wert ist ein Sicherheitsabschlag (sogenannte Margin of safety). Je größer der Abschlag, desto geringer ist das Risiko für den Investor. Denn selbst wenn er mit dem vom ihm bestimmten inneren Wert falsch liegt und das Unternehmen weniger wert sein sollte, dann schützt der Sicherheitsabschlag den Investor.

Beispiel: Ich habe für Aktie A einen Wert von 100€ bestimmt. Sie wird gerade zu 75€ gehandelt. Selbst wenn ich falsch liege und die Aktie nur 85€ Wert sein sollte, dann habe ich immer noch günstig eingekauft.

Ein weiterer wichtiger Bestandteil des Value Investments ist die Art und Weise wie ein Investor ein Unternehmen betrachtet. Es klingt zunächst paradox, doch der Value Investor sieht sich selbst nicht als Käufer einer Aktie. Vielmehr betrachtet er sich als Unternehmer, d.h. er investiert in ein Unternehmen und wird dadurch Miteigentümer. Demnach ist er von der langfristigen Perspektive des Unternehmens und dessen Produkte überzeugt und handelt nicht nach einer kurzfristigen Marktmeinung. Diese Grundüberzeugung ist vor allem dann gegeben, wenn das Unternehmen über mindestens einen klaren Wettbewerbsvorteil verfügt, der auch verteidigt werden kann. Warren Buffett hat hier den Begriff „Economic Moat“ geprägt, was so viel wie Burggraben bedeutet. Dieser Burggraben/Wettbewerbsvorteil bietet langfristigen Schutz der eigenen Profitabilität vor Wettbewerbern und sorgt für positive Zukunftsperspektiven.

Einführung in das Value Investing auf den Punkt

Als Merkstütze hier noch einmal die Kurzzusammenfassung:

  1. Kaufe nur mit Sicherheitsabschlag (innerer Wert > aktueller Kurs)
  2. Geduld und Selbstdisziplin
  3. Eine falsche Einschätzung führt nicht zwangsläufig zum sofortigen Verkauf der Aktie sofern der ursprüngliche Sicherheitsabschlag hoch genug war
  4. Als Investor bin ich Unternehmer. Ich kaufe ein Business und keine Aktie.
  5. Langfristig denken
  6. Das Unternehmen verfügt über eindeutige nachhaltige Wettbewerbsvorteile (den sprichwörtlichen Burggraben)

Die mit Abstand beste Lektüre zur Einführung findet ihr hier und hier

Falls euch der Beitrag gefallen hat und ihr gerne mehr lesen wollt, dann schreibt uns das in die Kommentare.

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