Einführung in das Value Investing Teil 2

Einführung in das Value Investing Teil 2
Einführung in das Value Investing Teil 2

Einführung in das Value Investing Teil 2

Einführung in das Value Investing Teil 2. Im zweiten Teil des Artikels (hier gehts zu Teil 1) möchten wir auf die unterschiedlichen Verfahren der Unternehmensbewertung eingehen. In der Praxis kommen bei den Analysten derzeit vor allem zwei Verfahren zum Einsatz. Ertragswertverfahren und Vergleichsverfahren. Ertragswertverfahren erfordern den größten Aufwand. Hier wird der Unternehmenswert auf Basis der zukünftigen Ertragskraft  berechnet. Vereinfacht gesagt, wird der heutige Cashflow des Unternehmens auf Basis der Wachstumsraten in der Vergangenheit in die Zukunft projiziert. Natürlich fließen hier weitere Annahmen des Analysten zur Marktentwicklung und anderen zukünftigen Einflüssen mit ein. Die so geschätzten zukünftigen Cashflows werden dann mit einem entsprechenden Zins abdiskontiert (abgezinst). Als Ergebnis erhält der Analyst den heutigen fairen Wert des Unternehmens. Durch den Vergleich mit dem aktuellen Marktwert, kann dann die entsprechende Einschätzung (Kaufen falls unterbewertet, Verkaufen falls überbewertet) abgeleitet werden. Der Leser wird schnell feststellen, dass dieses Modell dem Analysten viel Interpretationsspielraum lässt und von verschiedenen (teilweise) kritischen Annahmen ausgeht. Wieso sollten beispielsweise vergangene Wachstumsraten auch in der Zukunft gelten? Welche Anpassungen genau nimmt der Analyst vor? Von welchen Annahmen geht er aus? Wie adjustiert er die Cashflows? Mit welchem Zins diskontiert er die Zahlungsströme (Cashflows) ab?

Fragen, Fragen, wo sind die Antworten?

Viele offene Fragen, jedoch keine Antworten, zumindest nicht für den privaten Investor. Quasi eine Blackbox.  Zur Plausibilisierung wird häufig noch ein Vergleichsverfahren verwendet. Diese Methode ist vor allem im amerikanischen Raum äußerst beliebt, da leicht anzuwenden und ebenso leicht nachvollziehbar. Im Grunde wird hier nur der Preis von einem bzw. mehreren vergleichbaren Unternehmen als Maßstab herangezogen. Für das Ölunternehmen Shell könnten das z.B. BP und Total sein. Durch den Vergleich kann der Analyst dann eine mögliche Über- bzw. Unterbewertung feststellen. Klingt logisch oder? Nun auch hier gibt es natürlich Probleme. Einfach anzuwenden schön und gut, aber wer sagt denn, dass meine Vergleichsunternehmen richtig bewertet sind? Wenn BP und Total beispielsweise beide extrem überbewertet wären, dann wäre es doch falsch zu glauben, dass Shell auf demselben Level wie die anderen beiden richtig bewertet wäre. Eine wesentliche Eigenschaft der Aktienmärkte ist, dass es quasi permanent über- und unterbewertete Unternehmen bzw. Branchen gibt. Erst dadurch entstehen ja auch die Chancen die wir nutzen wollen.

Value Investing Bewertungsverfahren

Wie gehen nun also Value Investoren vor? Bereits im ersten Teil dieser Serie hatte ich darauf hingewiesen, dass es kein allgemein gültiges Verfahren gibt. Wenn dem so wäre, dann wüssten ja alle, wann welche Aktien gekauft werden müssen und damit gäbe es praktisch keine Chancen mehr am Aktienmarkt. Bei der Einführung in das Value Investing Teil 2 soll nun dennoch darauf eingegangen werden.

Es gibt  Bewertungsverfahren, die gerne von Value Investoren angewendet werden. Im Kern basieren die meisten davon auch auf dem oben vorgestellten Ertragswertverfahren, allerdings mit gewissen Abänderungen zur Risikominimierung. Warren Buffett prägte beispielsweise u.a.den Owner Earnings Ansatz. Die owner’s earnings berechnen sich hier wie folgt:

Formel:

owners earnings

 

 

 

 

Der berechnete Zahlungsstrom wird dann als konstant für die Zukunft angenommen und abdiskontiert um den heutigen Wert zu bestimmen. Dieser Ansatz ist mit Abstand der konservativste überhaupt, da impliziert wird, dass es in Zukunft kein Wachstum mehr gibt! Wenn wir also davon ausgehen können, dass das analysierte Unternehmen seine derzeitigen Erträge in der Zukunft zumindest halten kann und dennoch über diesen Ansatz einen höheren Wert als den aktuellen Kurs bestimmen können, dann würde sich ein Kauf der Aktie anbieten.

weitere Ansätze

Einen weiteren Ansatz zur Berechnung haben wir in einem Excel Tool nachgebaut. Im Kern basiert dieser auch auf einer Schätzung der zukünftigen Gewinne (10 Jahreszeitraum). Wir diskontieren den Aktienkurs dann über diesen Zeitraum auf heute ab und erhalten einen indikativen fairen Kurs für die Aktie.

Darüber hinaus existieren auch noch weitere Verfahren zur Berechnung des „fairen“ Werts einer Aktie. Die meisten sind aber ähnlich zu den Ertragswertverfahren aufgebaut und werden dementsprechend zumindest für jetzt hier nicht weiter vertieft. Das soll es jetzt zunächst für die Einführung in das Value Investing Teil 2 gewesen sein.

Wie auch im letzten Teil noch einmal der Hinweis. Falls du wirklich Value Investor werden willst, dann investiere zunächst in deine finanzielle Bildung! Die mit Abstand beste Lektüre zur Einführung findet ihr hier und hier

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