Warum Sparen allein der falsche Ansatz ist

Warum Sparen allein der falsche Ansatz ist

„Warum Sparen allein der falsche Ansatz ist!“ In diesem Artikel möchte ich mich näher mit dem Thema Sparen beschäftigen. Genauer gesagt, „warum Sparen allein der falsche Ansatz ist“. Hintergrund ist die Tatsache, dass ich zumindest gefühlsmäßig in letzter Zeit vermehrt Blogbeiträge zu dieser Thematik finde.

„Um finanziell unabhängig zu werden musst du so viel wie möglich sparen.“ Das ist der einzige Weg finanzielle Freiheit zu erreichen, zumindest dann, wenn du in Deutschland als Durchschnittsverdiener giltst, was zwangsläufig die Mehrheit unter uns sein sollte.

Jetzt stellen wir uns mal einen Moment lang vor, jeder von uns würde diesen Ratschlag beherzigen, seine Sparquote maximieren und alles in Bluechip-Aktien wie Procter & Gamble, Henkel, Nestle, Adidas, Nike, Coca Cola, Unilever, Lindt & Spruengli… investieren. Denn diese verdienen ja immer Geld und zahlen eine schöne Dividende. Am besten auch noch ein paar Immobilienwerte wie Vonovia mit ins Depot. Sichere Anlagen oder?

Sparen vs. Konsumieren

Was aber, wenn wir alle unseren Konsum zu Gunsten einer extrem hohen Sparquote massiv einschränken würden? Natürlich müssen wir immer etwas Essen, brauchen Kleidung und ein Dach über dem Kopf, aber wieso dann in Form von Markenprodukten? Warum soll eine Mutter dann noch Pampers Windeln von P&G kaufen? Wieso Schuhe von Adidas oder Nike? Wieso den teuren Schoko-Osterhasen von Lindt? Stattdessen spare ich mir doch einfach die Marke und kaufe alles günstig als noname Produkt aus Asien, Polen,… (Anmerkung: ja mir ist bewusst, dass auch Adidas und Nike in Asien produzieren lassen, aber dann hier teuer verkaufen!). Ich gehe auch nicht mehr extern essen oder ins Kino. Sind ja alles unnötige Ausgaben. Dadurch kann ich meine Sparquote extrem erhöhen. Perfekt oder?

Dann stellt sich aber eine andere Frage. Wieso sollten die Unternehmen dann aber überhaupt noch investieren, wenn niemand mehr da ist, der ihre Produkte kauft? Und wovon sollen stetig steigende Dividenden finanziert werden? Da kann die EZB dann noch so viel Geld in die Märkte pumpen, es wird nicht helfen. Stattdessen wird es den Unternehmen immer schlechter gehen, was irgendwann auch zum Abbau von Arbeitsplätzen führen wird.  Wenn dadurch der eigene Job wegfällt, dann fällt auch das Einkommen weg. Aber wenigstens hat man ja durch die hohe Sparquote ein kleines Polster aufgebaut. Davon kann man dann so lange wie möglich/nötig weiterhin sparsam „leben“.

Die Quintessenz

Was möchte ich dem Leser hier mitteilen. Nun zunächst einmal, mir ist durchaus bewusst, dass der kurze Beitrag etwas überspitzt formuliert wurde. Mein Ziel ist es lediglich darauf hinzuweisen, dass wir alle Konsumenten sind und eine Wirtschaft nur dann gut funktionieren kann, wenn auch konsumiert wird! Zumal Konsum auch bedeutet, sich hin und wieder etwas zu gönnen. Das kann etwas Kleineres wie ein Ben & Jerrys Eis sein oder eine schöne Urlaubsreise mit dem Partner oder mit Freunden. Dadurch steigt auch die eigene Lebensqualität spürbar an. Zugleich kann ich ja dennoch Geld an anderer Stelle einsparen, insbesondere bei Dingen, die mir persönlich nicht so wichtig sind. Konsum und Sparen müssen sich also nicht komplett ausschließen. Es liegt an uns, die eigene Balance zwischen den beiden herauszufinden.

Wie ist eure Haltung zum Thema Sparen? Findet ihr ein gesundes Mittelmaß? Wo spart ihr regelmäßig Geld ein, und wo seid ihr spendabler was die Ausgaben angeht?

PS: Wer dennoch noch mehr über das Sparen lesen möchte kann sich hier umschauen.

(Anmerkung: Vielen Dank für die Veröffentlichung des Gastbeitrags)

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